Rassestandard

STANDARD:
der
F.C.I (Federation Cynologiquy Internationale)
Anschrift: 14, rue Léopold II, B-6530 THUIN

VERWENDUNG:
Begleit-, Wach- und Hofhund.

KLASSIFIKATION FCI:
Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde).
Sektion 2.2 (Molosser vom Typus Berghunde).
Ohne Arbeitsprüfung.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Es existieren zwei Varietäten des St. Bernhardshundes:
• Varietät Kurzhaar (Stockhaar) und
• Varietät Langhaar.
*Beide Varietäten sind von beachtlicher Größe und haben einen harmonischen kräftigen, strammen und muskulösen Körper, mit imposantem Kopf und aufmerksamem Gesichtsausdruck.

VERHALTEN UND CHARAKTER (WESEN):
im Wesen freundlich, Temperament ruhig bis lebhaft, wachsam.

WICHTIGE PROPORTIONEN:
Ideale Proportion Widerristhöhe zu Rumpflänge (gemessen vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker) = 5 : 6

OBERKOPF:
Stark, breit, im Profil und von vorne gesehen leicht gewölbt ;seitlich in sanfter Rundung in die kräftig entwickelten, hohen Backenpartien übergehend; gegen die Schnauze zu steil abfallend. Hinterhauptbeinhöcker nur mäßig betont; obere Augenbogen stark entwickelt. Die am Stirnansatz beginnende, mitten über den Oberkopf verlaufende Stirnfurche verliert sich allmählich bis zum Hinterhauptbein. Die Stirnhaut bildet über den Augen gegen die Stirnfurche zu sich einander nähernde Falten. In der Erregung zeichnen sie sich stärker ab. Im Affekt bildet der Ohransatz mit dem Oberkopf eine gerade Linie.

Stop:
Markant ausgeprägt.

Fang:
Kurz, gleichmäßig breit; Nasenrücken gerade, mit leichter Rinne. Fanglänge kürzer als Fangtiefe (gemessen am Fangansatz).

Nase:
Breit und eckig; Nasenlöcher gut geöffnet; Nasenschwamm schwarz.

Lefzen:
Lefzenrand schwarz. Lefzen des Oberkiefers stark entwickelt und überhängend, gegen die Nase hin einen weiten Bogen bildend. Mundwinkel bleibt sichtbar.

Gebiß:
Kräftiges, regelmäßiges und vollständiges Scheren- oder Zangengebiß. Umgekehrtes Scherengebiß zulässig. Fehlen der PM1 (Prämolaren) toleriert.

Augen:
Mittelgroß, dunkelbraun bis nußbraun, mäßig tief liegend, mit freundlichem Ausdruck, möglichst geschlossen; Lidränder vollständig pigmentiert. Natürlicher gefestigter Lidschluß angestrebt; kleiner Knick am Oberlid und kleiner Knick mit wenig sichtbarer Bindehaut am Unterbild zuläßig.

Ohren (Behang):
Mittelgross, hoch und breit angesetzt. Ohrmuscheln stark entwickelt. Ohrlappen geschmeidig, dreieckförmig mit abgerundeter Spitze; hinterer Rand leicht abstehend, vorderer Rand an den Backen anliegend.

HALS:
Kräftig; Kehl- und Halswamme mäßig entwickelt.

KÖRPER:
Allgemeines:
Gesamterscheinung imposant und harmonisch

Obere Profillinie:
Widerrist gut ausgeprägt; vom Widerrist bis zur Lende gerade; Kruppe sanft abfallend, fließend in die Schwanzwurzel übergehend.

Rücken:
Breit, kräftig, fest.

Brust:
Brustkorb mäßig tief mit gut gewölbten Rippen, nicht tiefer als bis zu den Ellenbogen reichend.

Bauch und untere Profillinie:
Gegen hinten leicht aufgezogen.

Rute:
Ansatz breit und kräftig. Rute lang und schwer, letzter Schwanzwirbel mindestens bis zum Sprunggelenk reichend; in der Ruhe gerade herabhängend oder im unteren Drittel leicht aufwärts gekrümmt, in der Erregung höher getragen.

GLIEDMASSEN:

Vorderhand:
Allgemeines:
Stellung eher breit, von vorne gesehen gerade und parallel.
Schulterblatt:
Schräg gestellt, muskulös und gut anliegend.
Oberarm:
Gleich lang oder nur wenig kürzer als Schulterblatt; WInkel zwischen Schulterblatt und Oberarm nicht zu stumpf.
Ellenbogen:
Anliegend.
Unterarm:
Gerade, starkknochig, trocken bemuskelt.
Vordermittelfuß:
Von vorne gesehen senkrecht gestellt, von der Seite gesehen leicht abgewinkelt.
Vorderpfoten:
Breit, geschlossen, mit kräftigen, stark gewölbten Zehen.

Hinterhand:
Allgemeines:
Hinterhand mäßig gewinkelt und muskulös; von hinten gesehen Hinterläufe parallel und nicht eng stehend.
Oberschenkel:
Kräftig, muskulös, Keulen breit.
Kniegelenke:
Gut gewinkelt weder aus- noch einwärts gedreht.
Unterschenkel:
Schräg gestellt, ziemlich lang.
Sprunggelenke:
Leicht gewinkelt und fest.
Hintermittelfuß:
Von hinten gesehen gerade und parallel gestellt.
Hinterpfoten:
Breit, geschlossen, mit kräftigen und stark gewölbten Zehen. Afterkrallen toleriert, sofern sie den Bewegungsablauf nicht behindern.

GANGWERK:
Harmonische ausgreifende Bewegungsabläufe mit gutem Schub aus der Hinterhand; Vorder- und Hinterpfoten werden geradlinig vorgesetzt.

HAARKLEID:
Beschaffenheit des Haares:

Varietät Kurzhaar (Stockhaar): Deckhaar dicht, glatt, anliegend und derb; Unterwolle reichlich. Keulen leicht behost; Rute dicht behaart.

Varietät Langhaar: Mittellanges gerades Deckhaar mit reichlich Unterwolle; Über Hüfte und Kruppe meistens etwas gewellt. Stark behoste Keulen, Vorderläufe mit Befederung. Gesicht und Ohren kurz behaart; Rute buschig.
Farbe des Haares:
Grundfarbe weiß mit kleineren oder größeren rotbraunen Platten (Plattenhunde) bis durchgehende rotbraune Decke über Rücken und Flanken (Mantelhunde). Zerrissener Mantel (mit Weiß durchbrochene Decke) gleichwertig. Gestromtes Rotbraun zulässig. Braungelb toleriert. Dunkle Verbrämung am Kopf erwünscht. Anflug von Schwarz am Körper toleriert.
Abzeichen:
Brust, Pfoten, Rutenspitze, Nasenband, Blesse und Genickfleck müssen welß sein. Erwünscht:
• Weißer Kragen.
• Symmetrische dunkle Maske.

GRÖßE:
Mindestmaß:
Rüden: 70 cm.
Hündinnen: 65 cm.
Höchstmaß:
Rüden: 90 cm.
Hündinnen: 80 cm.
Hunde welche das Höchstmaß überschreiten, werden In ihrer Beurteilung nicht abgewertet, sofern sie in ihrer Gesamterscheinung harmonisch wirken und ein korrektes Gangwerk aufweisen.

FEHLER:
• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten ist als Fehler anzusehen. Dessen Bewertung muß im Verhältnis an Grad der Abweichung stehen und mitberücksichtigen inwieweit Wesentliches beeinträchtigt ist.
• Mangelndes Geschlechtsgepräge.
• Unharmonische Gesamterscheinung.
• Starke Faltenbildung an Kopf und Hals.
• Zu kurze oder zu lange Schnauze.
• Nach außen fallende Lefzen an Unterkiefer.
• Vorbiss und Rückbiss.
• Fehlende Zähne außer PM1.
• Tief angesetzte Ohren.
• Helle Augen.
• Entropium, Ektropium.
• Augenlieder zu lose.
• Senkrücken, Karpfenrücken.
• Überbaute oder stark abfallende Kruppe.
• Auf dem Rücken gerollt getragene Rute.
• Krumme oder stark ausgedrehte Vorderläufe.
• Steile, O-beinige oder kuhhessige Hinterhand.
• Fehlerhaftes Gangwerk.
• Kraushaar.
• Unvollständige oder fehlende Pigmentierung an Nasenschwamm, um die Nase herum, an den Lefzen und an den Augenlidern.
• Fehlerhafte Abzeichen, z.B. rot- braune Spritzer in Weiß.
• Wesensschwäche, Aggressivität.

FEHLER, die zum Ausschluß der Bewertung führen:
• Vollständig weißes oder vollständig rotbraunes Haarkleid.
• Andersfarbiges Haarkleid.
• Blaues Auge, Birkauge.

N.B.:
Rüden müssen zwei sichtbar normal entwickelte Hoden aufweisen, welche sich vollständig Im Hodensack befinden.